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Erfahrungsbericht: Auslandssemester an der University of Wollongong

Name:
Simone Bertges
Heimathochschule:
FH Düsseldorf

Universität in Australien:
University of Wollongong, Campus in Wollongong
Studienprogramm in Australien:
Auslandssemester

Vorbereitung


Es war schon immer ein Traum für ein Semester ins Ausland zu gehen um mein Englisch aufzubessern und neue Erfahrungen zu sammeln. Die Frage wohin es denn gehen soll war ziemlich schnell beantwortet, da Australien auch schon lange ein Traumziel gewesen ist. Warum also nicht beides verbinden?! Leider werden alle Studienplätze an Partnerunis an einen anderen Studiengang vergeben, deshalb musste ich mich selber auf die Suche machen.

Nach kurzer Recherche bin ich auf der Homepage von STUDIUM-DOWNUNDER gelandet. Da ich unbedingt in die Nähe von Sydney wollte, fiel die Wahl der Uni nicht schwer. Auch der Webauftritt der Uni hat mich vollkommen überzeugt.

Nachdem diese Entscheidung getroffen war, lief alles wie von selbst - nicht zuletzt dank des Supports von STUDIUM-DOWNUNDER. Alles was ich tun musste war meine Dokumente einzureichen, das Antragsformular der Uni auszufüllen und ein paar Wochen später erhielt ich die Nachricht das ich im nächsten Semester in Australien studieren werde.

In den Wochen vor dem Semesterstart trat die Uni in Kontakt mit den Exchange Studenten. Das Study Abroad Office gibt sich viel Mühe den Einstieg zu erleichtern. So habe ich zum Beispiel an einem Buddy Programm teilgenommen. Wenn man sich dafür bewirbt (und das kann ich wirklich nur empfehlen) bekommt man einen UOW Studenten zugeteilt, der einem die ersten Fragen beantworten kann.

Mein Buddy hat mich in der ersten Zeit in Wollongong herumgeführt, mir bei der Wohnungssuche geholfen und mir eine Sim Karte emfohlen. Gerade am Anfang, wenn man noch niemanden kennt, ist dies eine tolle Möglichkeit um sich schneller einzugewöhnen. Viele Internationale Studenten wohnen in einem der Studentenwohnheimen. Auch hier wird sich gut um die "Neuen" gekümmert. Einige meiner Kommilitonen wohnen dort und es gibt viele Partys und Ausflüge. ;)

Die ganze Vorbereitung für das Auslandssemester habe ich mir wirklich anstrengender vorgestellt. Das einzige was mich dabei ein paar Nerven gekostet hat war nur das Auslandsbafög. Das heißt jetzt aber nicht das man alles auf die leichte Schulter nehmen kann. Ich hatte eine Todo Liste und habe früh genug mit dem Planen angefangen!!!

In Australien


Koffer gepackt, Tränen am Flughafen vergossen und schlappe 24 Stunden später war ich schon in Australien.  Vorab hatte ich mich für den free-airport-pcik-up service von der Uni angemeldet. Wirklich toll, dass die Uni so etwas anbietet, denn auch wenn Wollongong nicht weit weg ist, nach so einem langen Flug hatte ich wirklich keine Lust noch mit dem Zug in eine mir unbekannte Stadt zu fahren.

Zusammen mit anderen Studenten ging es los nach Wollongong und der Fahrer hat uns einige interessante Dinge über Sydney, die Uni und Australien im Allgemeinen erzählt. Die Stunde im Bus war ziemlich schnell rum.

Die erste Zeit habe ich in einem Hostel übernachtet. Ein Vierbettzimmer und wenig Möglichkeiten zum Lernen haben mich schnell davon überzeugt ein WG-Zimmer zu suchen.  Hier bietet das Internet eine Menge Möglichkeiten. Ich empfehle aber vorher auf jedenfall eine Australische Simkarte zu kaufen (mein Anbieter war Optus, Pre-paid, 30$ pro Monat inkl. 250 Freiminuten, die ich auch nach Deutschland vertelefonieren konnte), da die meisten meiner Anfragen ohne australische Handynummer einfach ignoriert wurden.

Den Tag nach meiner Ankunft habe ich genutzt um mich ein wenig in Wollongong umzusehen. Die Stadt verfügt über einen Free Bus Shuttle (Linie 55 A oder C) der durch die Innenstadt, über die Uni, zum Strand und wieder zurück fährt. Wenn man in der Innenstadt lebt ist es also kein Problem zur Uni zu kommen. Unter der Woche fährt der Bus alle 10 Minuten. Samstags alle 20 Minuten. Aber auch sonst ist Wollongong ganz gut vernetzt. Auch ohne Auto ist es möglich hier von A nach B zu kommen.

Wollongong ist eine nette Stadt, mit vielen Einkaufsmöglichkeiten und einigen netten Bars. Die Clubs, naja, da fährt man wohl besser nach Sydney ;) Wobei es hier Mittwochs eine Studentennacht gibt (The Grand Hotel) oder Donnerstags die Retro Night (Hotel Illawara) bei denen man viel Spaß haben kann;)

Jetzt aber mal zum wichtigen Teil, beim Auslandssemester geht es schließlich nicht nur um Party machen... *räusper*

Studieren


DIE UNI IST DER HAMMER! Mein erster Eindruck der Uni war als ob ich ein 5 Sterne Resort betreten hätte. Klar, die Vegetation ist schon was anderes als in Deutschland, aber so etwas hatte ich nicht erwartet. Ein toller grüner Campus, mit zahlreichen Wiesen und Bänken und Cafés, sowie einer Uni Bar, Frisör, Banken, Reisebüro etc. Ach und ein Kino nicht zu vergessen. Es fehlt hier an nichts. Die Bib ist mit vielen PC Arbeitspplätzen ausgestattet und es gibt Möglichkeiten zum Drucken, Scannen und Kopieren (gegen Entgelt).

Zugegeben, vor der ersten Vorlesung hatte ich etwas Angst. Auch wenn ich seit einigen Jahren Englisch spreche ist es doch etwas anderes auf Englisch zu studieren. Und ja, es war die ersten zwei Wochen nicht ganz leicht alles zu verstehen. Denn auch der australische Akzent ist etwas an das man sich gewöhnen muss. Aber in der dritten Woche war es schon viel besser und jetzt nachdem die Hälfte des Semesters (leider) schon vorbei ist habe ich schon keine Probleme mehr, den Vorlesungen zu folgen.

In meinen Economics Fächern (und soweit ich weiß ist dies generell an der Uni so) sind die Vorlesungen freiwillig, allerdings muss man zu den Tutorials gehen und für jedes Fach ein Assessment einreichen. Das sind im Grunde genommen Hausaufgaben, oder auch Grupenarbeiten. Diese gehen zu X-% in die Endnote mit ein. Während der Hälfte des Semesters werden Mid-Season Exams geschrieben, die auch wiederum in die Endnote einfließen. Auf der einen Seite hat man während des Semesters immer was zu tun, auf der anderen Seite muss man am Ende vor den Klausuren nicht mehr ganz soviel lernen, weil man immer am Stoff dranbleibt.

Als Internationaler Student muss man für sein Visum mindestens 3 Kurse wählen. 4 sind normal. Ich hatte nur 3 gewählt, um mir wegen der Sprache nicht zu viel zuzumuten. Das hat sich am Ende allerdings als Quatsch erwiesen. Die 4 Fächer hätte ich durchaus auch geschafft. So hatte ich aber Zeit um einen Job zu suchen und mein Bafög aufzubessern. Die Atmosphäre in den Vorlesungen ist recht entspannt und die Lektoren haben immer ein offenes Ohr für Fragen.

Wollongong und Umgebung


Wollongong hat nicht nur einen Strand, nein, es gibt hier gleich zwei! North- und Southbeach, getrennt von einem kleinen, süßen Hafen. Momentan wird in der Stadt das Einkaufszentrum erweitert, es gibt also bald noch mehr Gelegenheiten zum shopppen :D

Von der Uni aus kann man auf den Mount Keira spazieren (ca. 1 1/2 Std.) von wo aus man einen fantastischen Blick über Wollongong hat. Es lohnt sich auf jedenfall dort mal hochzuklettern. Gegenüber von der Uni gibt es einen botanischen Garten, der auch im Winter ganz nett ist, im Frühling aber bestimmt spektakulär sein muss.

Von Wollongong sind es 1h20 mit dem Zug nach Sydney. Ein Day-return Ticket kostet momentan $11.80 ein Einzelticket ist für $7 zu haben. Sehr zu empfehlen ist der Coastal-Walk von Bondi-Beach (Zug bis Bondi-Junction und von da aus mit dem Bus zum Strand) nach Coogee Beach. Hier spaziert man von einer Bucht zur nächsten und kann den Surfern zusehen. Bondi ist ein gut besuchter Strand, allerdings ist es auch sehr schön. Wenn man Glück hat legt ein DJ Musik auf und man kann einfach nur relaxen.

Leben in Wollongong


Wollongong an sich ist jetzt vielleicht nicht die schönste Stadt, aber ich Klage hier auf hohem Niveau. Immerhin habe ich das Meer quasi vor meiner Haustüre (man sieht das Meer von meinem Balkon, das zählt noch als Ausblick aufs Meer!!!). Die meisten Cafés und Bars sind an der Crown St angesiedelt, die von der Mall bis runter zum Strand führt.

Lebensmittel in Australien sind auf jedenfall teurer als in Deutschland. (Alkohol und Zigaretten sind absurd teuer). Es gibt hier einen Aldi, bei dem man etwas sparen kann und auf der Ellen St etwas absteits der Innenstadt gibt es den sogenannten Harvest Market, der tolles Obst, Gemüse und Fleisch zu wirklich guten Preisen anbietet.

Die Mieten variieren von $120 - $230 die Woche, meistens muss man noch Internet, Strom und Wasser extra zahlen. Ich wohne in der Nähe der Innenstadt, 3 min vom Wollongong Banhof entfernt und zahle $140 inkl. Wasser und Internet. Mehr als 180$ sollte man für ein normales Zimmer nicht zahlen. (Ich rede jetzt nicht vom super schicken Penthouse am Strand ;D).

Fazit


Für mich war es auf jedenfall die richtige Entscheidung hierher zu kommen. Es passt einfach alles. Ende November ist das Semester schon vorbei und dann wird der Rest des Kontinents erkundet :D

Achso, es ist übrigens möglich mit einem Working Holiday Visum für vier Monate in Australien zu studieren. Wer also nach dem Semester noch länger als ein Monat in Australien bleiben will, sollte über diese Möglichkeit nachdenken. Das Studentenvisum erlaubt nur einen weiteren Monat Aufenthalt nach Beendigung des Semesters.

See ya

Simone